Willkommen im Schlaflabor und der Schlafschule am Krankenhaus Elbroich

Wir bieten Hilfe bei Schlafstörungen

Jeder vierte Erwachsene leidet gelegentlich unter „nicht erholsamem Schlaf“. Etwa 15 Prozent aller Erwachsenen leiden an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung, von denen sich aber nur wenige in ärztliche oder psychologische Behandlung begeben. Dabei sollte man eine länger andauernde Schlafstörung durchaus sehr ernst nehmen, da sie weitere Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.

Untersuchung im Schlaflabor

In unserem Schlaflabor untersuchen wir alle Störungen, welche die Schlafqualität verschlechtern oder zu Beschwerden am Tage führen. Hierzu zählen Störungen des Einschlafens sowie des Durchschlafens und Erkrankungen, die zu einer vermehrten Tagesmüdigkeit und zu einer erhöhten Einschlafneigung führen. Insbesondere befassen wir uns mit neurologisch-psychiatrischen Störungsbildern. Beispiele hierfür sind das Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der „unruhigen Beine“), die Narkolepsie, Depressionen sowie Angsterkrankungen.

Ursachen für Schlafstörungen

Ein gestörter Schlaf kann eine Vielzahl unterschiedlichster Ursachen haben. 88 verschiedene Schlafstörungen werden in der modernen Schlafmedizin unterschieden und können auch behandelt werden. Der chronisch gestörte Schlaf kann aber auch seinerseits wieder zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Hierzu gehören z. B. Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, aber auch psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen.

Chronische Ein- und Durchschlafstörungen

Eine weitere große Gruppe stellen Patienten mit chronischen Ein- und Durchschlafstörungen dar, die weder auf eine psychiatrische noch eine organische Ursache zurückgeführt werden können. Darüber hinaus werden auch Patienten mit einem Verdacht auf schlafbezogene Störungen der Atmung untersucht, wie beispielsweise dem Schlaf-Apnoe-Syndrom. Typische Symptome dieser Erkrankung sind Schnarchen und nächtliche Atempausen, verbunden mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit. Es ist unser Ziel, eine Diagnose und Behandlung der Störungen bei unseren Patienten zu erzielen.

Unser multidisziplinärer Ansatz

Wir sind einem multidisziplinären Ansatz verpflichtet, bei dem Ärzte verschiedener Fachrichtungen mit Psychologen und Psychotherapeuten zusammenarbeiten. Apparatives Kernstück unserer Diagnostik ist die vollständige nächtliche Polysomnografie (fortlaufende gleichzeitige Videoaufzeichnung). Hierbei erfassen wir den Schlaf mittels verschiedener Bio-Signale (EEG-Hirnströme, EOG-Augenbewegungen, EMG-Spannung am Kinn und beiden Beinen sowie kardiorespiratorische Parameter wie EKG, Atemfluss-Messung an Nase und Mund, Sauerstoffsättigung, Schnarchmikrophon, Lagesensor und Atembewegungen im Thorax- und Abdomenbereich). Sofern notwendig werden am Tage intensive Untersuchungen hinsichtlich der Schläfrigkeit mit Hilfe des multiplen Schlaflatenz-Tests und anderer computergestützter Vigilanz-Tests durchgeführt. Bei Bedarf können alle weiteren Einrichtungen der Klinik mitgenutzt werden. Derzeit verfügen wir über zwei Polysomnografieplätze. Unser Schlaflabor steht allen Altersgruppen zur Verfügung.

Weitere Informationen: Kreislauf der Schlaflosigkeit

Zu den beunruhigenden Erfahrungen eines Schlafgestörten, gerade wenn dieser unter Ein- und Durchschlafstörungen leidet, gehört es, dass sich seine Schlafproblematik verselbständigen kann. Bei vielen chronischen Schlafstörungen tritt eine solche Verselbständigung schon innerhalb der ersten Wochen auf und dauert dann oft jahrelang an. Aufgrund der Erfahrung mit den Qualen schlafloser Nächte stellt sich bei Betroffenen automatisch der Gedanke ein: „Wie wird die Nacht werden? Hoffentlich kann ich schlafen.“ Bewusst oder unbewusst sind mit diesem Gedanken weitere Gedanken bzw. vorgestellte Konsequenzen verbunden:

  • Ich werde wieder stundenlang wachliegen, grübeln, mich quälen.
  • Wie soll ich den nächsten Tag schaffen, wenn ich nicht ausgeschlafen bin.

Diese Gedanken lösen unmittelbar negative Gefühle wie Misstrauen, schlechte Stimmung, Angst, Anspannung aus. Körperlich führen diese Gefühle zu einem Erregungsanstieg bzw. zu einer Zunahme von Wachheit. Diese körperliche Reaktion erleben viele Patienten in der Form, dass sie todmüde zu Bett gehen, dann aber plötzlich hellwach sind. Die Konsequenz aus dieser Reaktionskette von Gedanken, Gefühlen und körperlicher Reaktion ist die erneute Erfahrung von Schlaflosigkeit. Diese Erfahrung löst dann spätestens am nächsten Abend wieder erneute Gedanken, wie oben beschrieben, aus. Man dreht sich verzweifelt im Kreis und kommt nicht heraus. Von daher ist es wichtig, dass man neben den ursächlichen Faktoren auch diese sich verselbstständigen Anteile in der Diagnostik und Behandlung bei Schlafstörungen berücksichtigt.

Therapie

Die Behandlung einer Schlafstörung muss sich immer nach der individuellen Situation richten. Zur Behandlung stehen zahlreiche, auf ihre Effektivität hin geprüfte Therapieverfahren zur Verfügung. Insbesondere umfassen diese neben medikamentösen Ansätzen die Aufklärung und Beratung des Patienten über den Schlaf, verhaltenstherapeutische Techniken (Schlafhygiene, Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion etc.), Entspannungsverfahren (Muskelrelaxation, Autogenes Training etc.) und die Psychotherapie im engeren Sinn (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Psychotherapie etc.). Aber auch apparative Verfahren, wie z. B. die Lichttherapie, werden von uns eingesetzt. Die im Schlaflabor diagnostizierten Erkrankungen können, sofern die Voraussetzungen vorliegen, bei uns behandelt werden bzw. es werden Therapievorschläge und -pläne für die ambulante Weiterbehandlung erstellt.

Schlafschule

Aber auch vorbeugend lässt sich einiges tun, um die Entwicklung chronischer Probleme und damit den Einsatz von kostenintensiven Behandlungsmaßnahmen und das Auftreten von schwerwiegenden Folgeerkrankungen vermeiden zu helfen. Gerade die heutigen Lebensumstände mit ihren vielfältigen und hohen Anforderungen verhindern nicht selten einen vernünftigen Umgang mit dem Schlaf. So ist Stress eine der Hauptursachen von Schlafstörungen. Die Belastungen des Tages und die Probleme des Alltags führen dazu, dass die Betroffenen zu angespannt sind, um einzuschlafen. Die innere Anspannung ist die direkte Ursache für das Nicht-Schlafen-Können, denn um schlafen zu können, muss man entspannen können. Hierzu bieten wir Kurse an, die sich an die breite Öffentlichkeit richten. Damit möchten wir einen besseren Umgang mit dem Schlaf vermitteln, mit dem Ziel, Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit zu steigern. Dieses Angebot soll insbesondere dabei helfen, den natürlichen Umgang mit dem Schlaf wieder zu erlernen. Es soll aber auch Betroffene dazu befähigen, auf Schlafstörungen richtig zu reagieren und weiterführende Hilfe in Anspruch nehmen zu können. 

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